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Unser Mädchen ist ja jetzt für eine sehr lange Zeit in der Klinik, doch schon in den 4 Wochen vor Weihnachten haben wir die riesen Fortschritte gespürt, die sie dort macht. Ihr Tagesablauf wird bestimmt durch verschiedenste Arten von Therapie. Ergotherapie, Hunde-, Pferde-, Musik-, Gestaltungstherapie, Selbstverteidigung (Karate), Gesprächstherapie, PMR (Progressive Muskel Relaxation) und wahrscheinlich noch andere Sachen, die ich nicht so behalten habe. Irgendwann zwischen all den Therapien sind dann noch Zeiten eingearbeitet, wo sie für die Schule lernen muss, doch wenn wir ehrlich sind, müssen wir sagen, dass es viel zu wenig ist, um den Anschluss zu halten.

Und nun kommt eine weitere Folge ihrer Krankheit. Wir haben in Gesprächen mit unserem Mädchen und der Therapeutin der Klinik entschieden, dass unsere Maus, so intelligent sie auch ist, dieses Schuljahr wiederholen soll. Sie war jetzt im ersten Halbjahr so oft krank, das ihr Zwischenzeugnis wahrscheinlich nur aus Sternchen bestehen wird. Da sie aber in der neunten Klasse ist und diese Zeugnisse nun schon für Bewerbungen herhalten müssen, wird ihr das so gar nicht gerecht. Doch wenn nicht jetzt, wann wird sie später die Zeit haben sich 3-4 Monate aus allem raus zu nehmen, um diese Schmerztherapie zu machen? Welcher ausbildende Betrieb sagt denn schon "3-4 Monate fehlen? Kein Problem, mach mal und dann kommst du wieder!"? Keiner! Wenn sie Abi machen will, kann sie sich das auch nicht leisten so lange zu fehlen. Also wenn nicht jetzt, wann dann?

Aber jedes Wochenende sehen wir die Fortschritte. Es ist nicht so, dass sie nun gar keine Schmerzen mehr hat. Sie hat weniger Schmerzen und lernt aber, was ihr in genau diesen Phasen gut tut, um zu entspannen. Sie lernt, warum sie Schmerzen bekommt, was alles ihre Auslöser dafür sind und wie sie darauf am besten reagiert oder den Schmerzen vorbeugt.

Und ich muss es mal sagen, wir sind so stolz auf unser Mädchen! Nie gibt sie auf, nie verkriecht sie sich in Depressionen. Sie lacht und versucht zu genießen, was das Leben ihr bringt. Sicher hat auch sie schlechte Tage. Und wenn dann so richtig! Aber danach werden die Tränchen getrocknet und es geht weiter. Unser kleiner Engel mit dem Löwenherz.

Ein weiteres Ventil, das sie für sich gefunden hat, ist, Geschichten schreiben. Schon mehrfach hat sie uns mit ihrer Art zu schreiben überrascht und diesmal hat sie ein ganz großes Projekt am Laufen. Ziel ist es ein Jugendbuch zu schreiben. Alles, was wir bis jetzt lesen durften, war einfach nur Klasse und wir wollten jedes Mal mehr lesen und waren enttäuscht, wenn es nicht mehr zu lesen gab. Wer jetzt denkt, es ginge in dem Buch um Krankheit oder Schmerzen liegt völlig falsch. Es ist ein tolles Abenteuerbuch. So bündelt sie ihre Aufmerksamkeit auf etwas so Positives und hat ein festes Ziel, anstatt sich dem Schmerz zu ergeben.

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